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Sargdeckel (Detail), 18. Jh. Leihgabe: Pfarre St. Nikolaus, Hall i.T

 

 

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Reliquienmonstranz, Anfang 16. Jh., Leihgabe: Pfarre St. Nikolaus, Hall i.T.

 

 

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Haarbild, Anfang 20. Jh., Leihgabe: DDr. Andreas Faistenberger

 

 

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Der letzte Tanz, Aquarell, Hans Kraker, 2010, Leihgabe des Künstlers

 

 

 

Sonderausstellung
2010
»De profundis«
»Aus der Tiefe rufe ich, Herr, zu Dir«

Die Ausstellung steht in engem Zusammenhang mit den archäologischen Grabungen im Friedhofsareal der Pfarrkirche St. Nikolaus.
Sie vermittelt Einblick in die Bestattungssitten des Mittealters und der Barockzeit anhand von drei Exponaten: Skelettfund (15. Jh.), Sargdeckel (18. Jh.) und Grabstein (18. Jh.). Der Gegenwartsbezug ist durch eine Diamantbestattung repräsentiert.  
 
Darüber hinaus führt sie in die Gedankenwelt der Vergangenheit, zeigt exemplarisch, wie der Mensch mit dem Tod umging. Den Reliquien (u.a. Knochen von Heiligen) wurde eine heilbringende Wirkung zugeschrieben; demgemäß waren Begräbnisplätze in der Nähe von Reliquien begehrt. Der makabre Aspekt kommt im Totentanz zum Ausdruck.  
 
Die zeitgenössische Interpretation des Themas von dem Kärntner Maler Hans Kraker thematisiert den krassen Gegensatz von Todesangst und pulsierender Vitalität. Zu allen Zeiten spendete der Glaube Trost, seit dem Spätmittelalter wurden die Gläubigen durch ein entsprechendes Bildprogramm an die Vergänglichkeit des Irdischen gemahnt. Kruzifixe, Gebetsschnüre und Wallfahrtsmedaillen legte man den Toten mit ins Grab, um ihnen gewissermaßen einen Startvorteil im Jenseits zu geben. 
 
Als Erinnerung bewahrte man Haare der Verstorben auf, arrangierte sie zu blumenartigen Geflechten und rahmte das dekorative Objekt als Kastenbild.  
 
Kuratorin:
Dr. Sylvia Mader 
Ausstellungsgestaltung:
Ing. Wolfgang Mader
Wissenschaftliche Untersuchung des Skelettfundes:
Staatssammlung für Anthropologie und Paläoanantomie, München





 

 

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